, Thomas Fürer

Kartoffeln. Einfach so.

Sie brauchen festkochende Kartoffeln.

Waschen Sie sie gut und schneiden Sie sie in feine Scheiben von etwa 2 Millimetern ein - aber nicht ganz durch. Legen Sie alle Kartoffeln sorgfältig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech. Für ein Kilogramm Kartoffeln mischen Sie etwa 70 g Butter mit 5-6 EL Olivenöl und erhitzen beides sanft, bis die Butter geschmolzen ist. Mischen Sie etwas Salz dazu und träufeln dann die Buttermischung über die Kartoffeln. Schieben Sie die Kartoffeln in den 200 Grad heissen Backofen und rösten Sie sie etwa 1 Stunde.

Nutzen Sie diese Stunde, um wieder einmal in Kochbüchern zu schmökern oder die aktuellen Wetterprognosen zu lesen. Der Duft der Kartoffeln und das Erwarten von einem gemütlichen Essen sind eine einfache Freude, mit der Sie sich und Ihren Lieben etwas Gutes tun im Alltag. Gerade auch wenn es Draussen regnet, schneit oder stürmt.

Wenn Sie möchten, können Sie die Kartoffeln etwa 10 Minuten vor Schluss noch mit Honig beträufeln. Auch Ahornsirup ist fein. Sie können auch gehackte Kräuter wie Rosmarin oder Thymian zur Butter mischen. Die Kartoffeln schmecken fantastisch - einfach so oder mit ein wenig Frischkäse darüber.

Einfach so, und ohne dass wir vermutlich etwas Entscheidendes dazu beigetragen haben, erschienen seit Anfang Jahr auch diverse Wetterwarnungen. Von intensivem Dauerregen, starkem Schneefall und starkem Sturm war und ist zu lesen. Alle Prophezeiungen waren über Neujahr nicht bloss Warnungen, sondern trafen auch ein. Dabei galt das Augenmerk von uns Skiklüblern vermutlich vor allem dem starken Schneefall. Erwartet wurden kurz vor Neujahr 40 bis 70 cm und kurz nach Neujahr 70 bis 110 cm, lokal auch sagenhafte 140 cm. Abgelöst und unterbrochen wurden diese Schneefälle, wie wir alle wissen, von Stürmen, Regen und, eben auch, von stürmischem Regen.

Dies führte dazu, dass der Glühweinapéro kurz vor Neujahr beim Älpli eben nicht umhüllt von lauschig und lautlos fallenden Schneeflocken getrunken werden konnte, sondern es bedurfte schon der Unterstützung eines Regenschirmes, der die prasselnden Regentropfen abhielt, in die Glühweintasse zu fallen.

Und nun, drei Wochen später, ist bereits wieder von erwarteten Neuschneemengen von 70 bis 90 cm am Alpennordhang und oberhalb von 1200 Metern, gemischt mit starken Sturm, zu lesen. Nun denn, geniessen wir diesen Schnee. So gut und so oft wir eben können.

Und vielleicht versüssen uns sogar die inzwischen goldbraun und knusprig ausschauenden und fein duftenden Kartoffeln aus dem Ofen den einen oder anderen stürmischen und regnerischen Moment.

Thomas Fürer, Präsident Skiklub Alpina